Ulla Traudl Künzel

12.03.2018

 

 

 

 

 

Als ich zum Interview kam fand ich Ulla mit den Noten in den Händen am Tisch in der Küche des Vereinshauses. Sie schlug energisch den Rhythmus und war so konzentriert, dass sie mich nicht bemerkte. Es stellte sich heraus, dass sie in zwei Wochen die praktische D1 Prüfung des NBMB für Schlagzeug hat, obwohl sie normalerweise .. Posaune spielt. Interessante Frau, echt?

 

 

Wie lange spielst Du schon im Musikverein?

 

Seit meine älteste Tochter anfing ein Instrument zu lernen. Das war 1997 ab der 3. Klasse als sie begann Tenorhorn zu spielen und seitdem bin ich auch im Musikverein. Die zweite hat 3 Jahre später mit Klarinette begonnen und die Kleinste, hat dann Trompete gelernt. Aber selbst aktiv bin ich erst seit 2001. Im zarten Alter von 43 Jahren. Also erst waren meine Kinder da und dann ich.

 

Eine richtige Familiendynastie!

 

Ja, so könnte man es sagen (lacht).

 

Spielen Deine Kinder jetzt noch?

 

Nein. So lange sie in der Schule waren haben sie sehr gerne in den Orchestern mitgespielt, aber danach ging es aus beruflichen Gründen nicht mehr.

 

Wir haben damals auch Quartett zuhause gespielt bei besonderen Anlässen. Ich musste halt teilweise die Noten ein bisschen umschreiben (transponieren – Anm. der Red.), damit es harmoniert hat.

 

Hast Du eine Musikausbildung oder hast das alles erst im Musikverein Rehau begonnen?

 

Eine Ausbildung in diesem Sinn habe ich nicht, aber Musik war schon von klein auf mein Leben und ich habe immer in einem Chor gesungen. 

 

Während meiner Ausbildung zur Erzieherin habe ich dann mal eine Zeit lang Blockflötenunterricht genossen und dabei erst gemerkt, dass die Noten auch Namen haben. Das ist ja nicht nur so ein schwarzer Punkt, der dann so klingt (lacht), sondern er hat ja eine Bezeichnung. 

 

Mein Papa hat mir zum Ende meiner Erzieherinnenausbildung eine Gitarre geschenkt und mich animiert zu spielen. Das habe ich gemacht und mir das Gitarrenspiel angeeignet. So ging es immer weiter. Ich bin jemand, der sich das eher selbst beibringt und immer wieder probiert.

 

 

 

Wie bist Du denn von der Blockflöte über den Gesang und die Gitarre zur Posaune gekommen?  

 

Kurz nach meinem 41. Geburtstag hat der Posaunenchor mal im Gottesdienst gespielt und das klang für mich gut. Da hat mir der dortige Chef angeboten was zu lernen. Er hätte da auch noch einige Instrumente "rumliegen". 

 

Da habe ich aus Spaß gesagt, dass da für mich nur die Posaune in Frage komme. Und so ging das los. 

 

Erst habe ich im Posaunenchor in Rehau ein bisschen rumprobiert aber dann schnell gemerkt, dass mir das zu wenig ist. Und dann habe ich beim Jugendorchester des Musikvereins begonnen. Da war der Anfang schon hart und ich fragte mich, ob ich das wirklich schaffe. Aber wenn ich was will, dann mache ich das und fertig. Und ich habe mich dann auch recht schnell hineingefunden. 

 

Eine Zeit lang waren dann parallel der Posaunenchor und der Musikverein Rehau. Aber irgendwann wurde es mir dann zu viel und ich musste mich schweren Herzens entscheiden. 

 

Die Wahl fiel dann auf den Musikverein, wobei ich immer gerne in der Kirche mit dem Posaunenchor gespielt habe und dort auch jetzt noch ab und zu gerne aushelfe, wie z. B. letzten Silvester. Im Musikverein hatten wir auch mal für einige Zeit ein Blechbläserquartett und da spielten wir auch immer mal wieder in der Kirche.

 

Welches ist denn jetzt dein Hauptinstrument, wenn Du jetzt kleine Trommel übst?

 

Die Posaune ist natürlich nach wie vor mein Hauptinstrument, und hat damals die Gitarre abgelöst, die ich jetzt kaum noch in die Hand nehme. Ich spiele sie einfach sehr gerne und das macht mir immer wieder Spaß. Nur als ich mal richtige gesundheitliche Probleme hatte brachte ich einfach nicht die Kraft für die Posaune auf. 

 

Und in dieser Zeit hat dann meine "Schlagzeugkarriere" begonnen. Ich habe da hinten einfach ein bisschen mit "rumgeklopft" und überall mal draufgehauen. Und da merkte ich, dass das ja auch Spaß machen kann.

 

Und warum Schlagzeug?

 

Das hat sich aus der Situation heraus ergeben, weil Schlagzeuger im Musikverein Rehau meistens Mangelware sind. Tambourin oder Klanghölzer werden oft gebraucht und sind auch nicht ganz so schwer zu lernen. Auf die Pauke hau ich besonders gern.

 

Du lernst gerne etwas Neues :-)

 

Ja, immer. Ich liebe das. Und besonders das Gefühl wenn man es geschafft hat. 

 

Das mit der Prüfung für Schlagzeug war dann eher Zufall, nachdem wir hier im Kreisverband Hof-Wunsiedel des Nordbayerischen Musikbundes den D1 Kurs mit Theorieprüfung veranstalten und wir immer auch noch Leute brauchen, damit es sich überhaupt lohnt, habe ich halt die Theorieprüfung mitgemacht. Und da ich für die Posaune diese Prüfung schon habe, wurde es dann das Schlagzeug. Und ich habe auch den Ehrgeiz dazu.

 

 

Hat Dich dein Ehemann unterstützt bei diesem Hobby?

 

Das hat sich alles eher zufällig ergeben. Da meine Mädels sowieso immer zu Proben und Auftritten gefahren werden mussten habe ich zu meinem Mann gesagt, da kann ich genauso gut mitspielen. So hat sich das entwickelt. Manchmal hat mein Mann dann schon gesagt, dass er mir mein Bett ins Vereinshaus stellen wird (lacht), aber im Großen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass es ihm schon gefällt.

 

Ich denke, dass er stolz ist.

 

Ja, das denke ich auch. Und gerade in den letzten Jahren, seit meine Gesundheit so angeschlagen ist und ich auch aufhören musste zu arbeiten merkte er, dass es mir guttut. Dass es wichtig ist, dass ich noch Ziele vor mir habe, regelmäßig zur Probe gehe und danach meistens noch was Trinken gehe und viel Spaß daran habe. Ich bin da auch viel ausgeglichener.

 

Besucht er die Konzerte des Vereins?

 

Als die Kinder noch mitspielten schon. Jetzt sitzt er lieber zu Hause und genießt die Ruhe. Früher als wir z. B. noch manchmal eine ganze Probenwoche weg waren hat er immer gesagt wie herrlich es ist, wenn die "ganzen Weiber" mal alle draußen sind.

 

Das, was man so aus dem Musikverein hört, liest sich wie eine Familiengeschichte und die von den Menschen dort.

 

Ja, ich für mich empfinde es auch sehr schön, dass der Musikverein Rehau so ein familiärer Verein ist. Und mir und meinen Kindern hat immer so gut gefallen, dass dort alle gleich wichtig sind, d. h. die Jungen haben den gleichen Stellenwert wie die Älteren. 

 

Auch die Menschen, die erst kürzer dabei sind fühlen sich zu dieser "Familie" zugehörig wie z. B. Markus oder Marion. Sie sind einfach immer da und nehmen es wichtig.

 

 

Was würdest Du jemanden sagen, der überlegt im Musikverein Rehau mitzumachen?

 

Wenn er Lust hat ein Instrument zu lernen muss er einfach kommen. Er wird herzlich aufgenommen und gehört von Anfang an dazu.

 

 

 

 

 

 

 

 

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