Dirigent des Orchesters – Norbert Hofmann

13.06.2017

 

 

 

Mit Norbert Hofmann haben wir ein sehr interessantes und überaus lebhaftes Gespräch geführt.

 

Wer, wenn nicht er, könnte ein umfassenderes Bild des Vereins geben.

 

 

 

 

Norbert, wie sind sie auf die Idee den Verein und das Orchester

zu gründen gekommen?

 

Da gab es dreizehn Leute, die ziemlich von Anfang an dabei waren

– und die wollten einfach miteinander spielen. So einfach ist das.

 

Warum 13?

 

Reiner Zufall (lächelt).

 

13 ist aber nicht genug für ein Orchester, oder?

 

Man kann damit natürlich kein Konzert spielen – aber man kann Proben und wir haben einfach damit begonnen. Natürlich nichts womit man Geld verdienen kann.

 

Als dann am Pfingstsamstag das 1. Konzert war (also 3 Monate nach der Gründung), wieviel Leute haben da mitgespielt? Konnte man dann von einem Orchester sprechen?

 

23. Ja, das ist schon ein kleines Orchester. Man kann natürlich keine größeren Werke spielen, wie wir es später machten und auch jetzt tun. Das war eher volkstümlich. Einen Marsch oder eine Polka kann man nämlich auch mit 13 Leuten spielen.

 

Aber wir wollten nicht bei dieser Musik stehen bleiben, sondern mehr auf sinfonische Blasmusik gehen und da braucht man deutlich mehr Spieler.

 

Und weil die nicht auf den Bäumen wachsen haben wir dann Anfang der 1990er Jahre mit der Jugendausbildung und der Gründung eines Jugendorchesters begonnen.

 

Dafür haben wir auch Werbung gemacht und es sind dann auch etliche Leute aus benachbarten Städten (Schwarzenbach/Regnitzlosau/Selb) gekommen. Und wir haben halt die Instrumente ausgebildet, die im Orchester auch benötigt wurden.

 

Wie haben Sie sich kennengelernt bzw. die ersten Musiker überhaupt gefunden? Waren das Kollegen oder Freunde, weil auf der Straße kann man sicher nicht einfach Musiker treffen, die in einem Orchester spielen wollen?

 

Da war ein Artikel (Aufruf) in der Frankenpost (Rehauer Zeitung), dass sich Interessierte zu einem bestimmten Termin an einem bestimmten Ort (damals die Pestalozzi-Schule in Rehau) treffen. Und da sind die Leute gekommen. Da waren z. B. der Hausmeister der Schule und ein Lehrer der ersten Klassen dabei.

 

Eigentlich ging der Ursprung auf mein Patenkind, dessen Bruder und den Vater der beiden, zusammen mit mir, zurück. Wir haben uns damals – ich denke es war 1977 – einfach in lockerer Runde getroffen und Quartette gespielt und irgendwann meinten wir, dass es ein paar mehr Leute sein müßten. Und daraufhin kam erst der Aufruf in der Presse zustande.

 

Warum denn eigentlich Blasinstrumente/Blasorchester?

 

Jetzt muß ich sagen, dass ich zur damaligen Zeit ja noch Musikstudent in Augsburg war und nur sporadisch in Rehau anwesend und vor dem Orchester habe ich einen Männergesangverein in Rehau dirigiert.

 

Aber mein Herz hat eher für die sinfonische Blasmusik, d. h. ein Blasorchester geschlagen und da habe ich dann die Leitung des Gesangvereins abgegeben. Ich habe Trompete studiert und da liegt das sehr nahe.

 

Und wie ging es dann richtig mit dem Orchester los?

 

Ich war damals ziemlich unbedarft, habe einfach Noten ausgeteilt und angenommen, dass die von den Musikern einfach gespielt werden – aber dem war nicht so. Wir haben dann mit leichteren Liedern begonnen und uns Stück für Stück „vorangekämpft“.

 

Mit der Zeit sind dann ja auch immer mehr Musiker dazugekommen und auch das Niveau ist deutlich nach oben gegangen. Mich hat es dann wirklich gepackt und ich habe den Blasorchesterleitungslehrgang in der Bundesakademie in Trossingen mitgemacht, um ein bisschen umfangreicher in die Materie einzudringen.

 

So Dinge wie Literaturauswahl und Menschenführung wurden einem da näher gebracht – und viele weitere Sachen mehr. Das war alles noch während meiner Zeit als Student in Augsburg.

 

Danach, Anfang der 1980er habe ich dann gleich eine hauptamtliche Stelle in der Musikschule in Wunsiedel angetreten. Rehau blieb eigentlich immer Hobby – aber später – mit dem Beginn der Jugendausbildung natürlich auch bezahlt.

 

An welche Erfolge des Vereins erinnern Sie sich denn, z. B. das erste Konzert?

 

Natürlich das erste Konzert und auch vieles andere. Aber das wichtigste war für mich der Beginn der Jugendausbildung und die Gründung des Jugendorchesters.

 

Wobei da nicht nur Kinder und Jugendliche angesprochen waren sondern auch Erwachsene. Und deswegen gibt es m. E. den Verein auch heute noch – das war elementar.

 

Wann passierte das?

 

Genau weiß ich das ehrlich gesagt nicht mehr. Ich meine das war um das Jahr 1990.  

 

Wieviel Konzerte haben Sie in der Zeit davor gegeben?

 

Das waren normalerweise zwei Konzerte im Jahr und wir haben auch eine Schallplatte aufgenommen. Das war natürlich auch ein Höhepunkt – und dazu eine interessante Erfahrung.

 

Wo habt ihr denn in der Zeit gespielt? Hauptsächlich in der Umgebung oder noch irgendwo?

 

Hauptsächlich in Rehau und der Umgebung. Doch durch die Städtepartnerschaft von Rehau mit Bourgoin-Jallieu (Frankreich) waren wir dann auch musikalisch in Frankreich unterwegs – quasi international (lacht). Aber an viele Sachen erinnert man sich nach so langer Zeit nicht mehr so genau.

 

Gab es eigentlich mal Zeiten, wo Sie daran dachten aufzuhören?

 

Nein, nie! Natürlich gab es den einen oder anderen Krach und schwierige Zeiten, aber so was reinigt auch und ich dachte nie daran mich zurückzuziehen.

 

Ich bin ja auch nicht Musiker, sondern Musiklehrer und der pädagogische Optimismus kommt immer wieder durch. Auch wenn man manchmal denkt das ist hoffnungslos.

 

Wie ist das mit der Musikausbildung im Verein?

 

Die Ausbildung ist naturgemäß eher eine Sache von Kindern und Jugendlichen.

 

Aber in letzter Zeit kommen auch immer mehr junge und „mittelalterliche“ Erwachsene auf die Idee, dass sie im Lebens bisher etwas versäumt hätten und fragen – nach anfänglicher Scheu – die Ausbildungsmöglichkeit nach.

 

Die müssen wir ermuntern, denn die bleiben in der Regel, weil die schon fest im Leben stehen, Ihren Beruf, Ihr Einkommen haben und

i. d. R. wissen was sie wollen.

 

Bei Jugendlichen ist das eben deshalb schwierig, weil die nach der Schule, dem Abitur weggehen und so für den Verein erst einmal nicht mehr zur Verfügung stehen.

 

 Wer bildet denn aus?

 

Den überwiegenden Part übernehme ich dabei. Übrigens habe ich

in der 2 ½ jährigen Ausbildung in Trossingen zum Blasorchesterleiter die verschiedensten Instrumente kennengelernt und ich kann eigentlich alles unterrichten wo man reinblasen kann. Neben mir gibt es noch als Klarinetten-/Saxophonlehrer den Volker Senft.

 

 

 

Welche Instrumente kann man lernen?

 

Wir bilden an folgenden Instrumenten aus: Flöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Waldhorn, Bariton, Posaune, Tuba, Schlagwerk. Evtl. sollten wir noch Klavier aufnehmen, weil Klavierspieler üblicherweise auch Xylophon/Mallets spielen können.

 

Was kostet die Ausbildung?

 

Das ist individuell – je nachdem wie viel Unterricht gewünscht wird von den Kinder/Jugendlichen oder den Eltern.

 

Habt ihr denn auch Leute, die sich über den Unterricht bei Euch hinaus weitergebildet haben?

 

Ja natürlich, da gibt es z. B. den Volker Senft, der im NBMB (Nordbayerischer Musikbund – Bayerns größter Blasmusikverband

im Laienmusizieren, der Fort- und Weiterbildungen anbietet) die Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold sowie den Satzführerlehrgang abgeschlossen hat. Er ist damit Ausbilder im Musikverein.

 

Dann Diana Bertram, die den Dirigentenlehrgang absolvierte und noch etliche weitere, die teilweise Musik studierten und dazu Dirigentenlehrgänge abschlossen: Isabelle und Tobias Lehmann, Andreas Lehmann, Tobias Jung.

 

Auch Orchestermusiker sind rausgekommen. Es sind dies Stefanie

und Franziska Hofmann, Norbert Weschta, Andreas Dümmler.

 

Wie wählen Sie das Repertoire aus?

 

Es gibt ja klassische Werke und davon Transkriptionen. Da sucht man sich die Verlage aus und schaut, ob das spielbar ist oder nicht.

 

Dann gibt es Youtube und Datenbanken, wo man sich verschiedene Sachen ansehen/anhören kann. Aber man muß auch viel auf die Seite schieben, um dann an die richtigen Dinge zu kommen.

 

Außerdem ist man quasi immer im Dienst. Man fährt Auto und hört Musik, ob im Urlaub oder bei sonstigen Gelegenheiten.

 

Es ist Hobby – und da ist man immer irgendwie dabei.


 

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